Die Kapelle auf dem Gelände der Meierei Marienmünster ist der älteste
Gottesdienstraum in der Kirchengemeinde Marienmünster-Nieheim.
Am
4. Juni 1855 wurde Heinrich Christoph Meier mit der damals noch zuständigen
Kirchengemeinde Brakel einig, einen Teil seiner Meierei für
gottesdienstliche Zwecke umzubauen lassen.
Er trat das Gebäude der Gemeinde
unengeltlich unter der Bedingung ab, dass mindestens viermal im Jahr
in dieser Kirche Gottesdienst abgehalten wird. Die Kapelle war 10 Meter lang,
7 Meter breit und 4 Meter hoch. Zur Kapelle gehört
eine Glocke, die an vier Pfeilern mit Nebenpfeilern befestigt war.
Am 14. September 1855 wurde die vom Gutsbesitzer Meier zu Marienmünster
geplante und zum Gottesdienst hergerichtete Kapelle eingeweiht.
Nach dem Krieg war der Raum für den Gottesdienst in der Kapelle zu eng geworden. Der Klostergutsbesitzer und Presbyter Otto Büttner stellte daraufhin im Jahr 1950 einen an die Kapelle angrenzenden Raum zur Verfügung, der nach dem Einbau einer Verbindungstür sonntags zur Kapelle hin geöffnet wurde. Sonst diente dieser Raum dem Konfirmandenunterricht, dem Jugendkreis, der Frauenhilfe und dem Kirchenchor.
Das 100-jährige Jubiläum dieser Einweihung wurde am 18. September 1955 durch einen Festgottesdienst mit einem Glied der Kirchenleitung als Festprediger unter Mitwirkung eines Posaunenchores und einer anschließenden Festsitzung des Presbyteriums mit eingeladenen Festgästen im Hause von Frau Baronin von Oeynhausen begangen.
Zum 150-jährige Jubiläum der evangelischen Kapelle in Marienmünster, das am Sonntag, 18. September, 2005 gefeiert wurde, hielt die Superintendentin des Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder, die Predigt. Verantwortlich für den frischen Glanz, in dem die Kapelle zum Fest erstrahlte, waren die Presbyter Diether Mahn und Erhard Uecker. Sie hatten die Kapelle von innen gestrichen - der Altarraum wurde hellgelb gestaltet - und einen neuen Teppich verlegt. Die 1962 eingebauten Orgel war renoviert worden: In drei Jahren kamen die benötigten 13.100 Euro durch Einzelspenden und Aktionen aus der Gesamtgemeinde zusammen